Title: Medikamente
Subtitle:
Author: Markus Nikl


Gegen bzw. für den Autismus selbst gibt es keine Medikamente. Trotzdem gibt es neben der Hauptsymptomatik oft andere Problemstellungen/Symptome, bei denen die Gabe von Medikamenten die Situation verbessern kann.

Oftmals wird die Gabe von Medikamenten als Tabuthema gesehen oder als Schwäche „dass die Eltern versagt haben“ interpretiert. Doch bei etlichen Symptomen würde eine „Nichtgabe“ von Medikamenten mehr Schaden und Leid verursachen als die möglichen Nebenwirkungen.



Medikamente können nie ein Ersatz für die therapeutische und pädagogische Arbeit sein. Dieser Beitrag soll und kann keine Empfehlungen zu bestimmten Medikamenten oder deren Einsatz geben. Vielmehr ist eine Abklärung der Symptome durch einen spezialisierten Arzt bzw. einer medizinischen Einrichtung notwendig.

Sollte eine Gabe von Medikamenten absehbar sein, ist eine intensive Auseinandersetzung und Abwägung der Vorteile aber auch der möglichen Risken für die Eltern unbedingt notwendig. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Aufnahme von autistischen Kindern in einer Klinik zur Beobachtung und Einstellung auf eine bestimmte Medikamentation nicht immer problemlos möglich ist. Gerade in einem veränderten Umfeld können Kinder mit Autismus völlig anders reagieren als in ihrer gewohnten Umgebung.

Neben der Hauptsymptomatik des Autismus kann als Nebensymptomatik zum Beispiel Hyperaktivität, selbstverletzendes Verhalten, Ängste, Depressionen, Schlafstörungen, etc. auftreten.

Bei Hyperaktivität kommen Stimmulantien wie z.B. Methylphenidat, Amphetamine oder auch die neue Substanz Atomoxetin zum Einsatz.

Bei aggressivem Verhalten werden zumeist Neuroleptika eingesetzt. Schlafstörungen können oftmals durch die Gabe von Melatonin gut behoben werden.

Es gibt darüber hinaus noch viele andere Medikamente bzw. Substanzgruppen, die bei den unterschiedlichen Symptomen zum Einsatz gelangen.

So gibt das Buch „Autistische Störungen – Leitfaden Kinder- und Jugendpsychotherapie – Verlag Hogrefe“ in der Leitlinie 18 einen guten Überblick über eine mögliche medikamentöse Intervention.



Go back to the regular design...